Mutter Lubov aus Kiev

Wir haben uns mit Lubov Lavrenenko in Kiev getroffen. Sie ist eine natürliche und liebevolle Frau mit kurz geschnittenem Haar. Ihrem Namen wird sie allemal gerecht, wie wir erfahren haben. Ins Deutsche übersetzt bedeutet Lubov Liebe. Für ihre ausführlichen Erzählungen sind wir ihr sehr dankbar. Die teils sehr persönlichen Geschichten, die sie uns anvertraut hat, möchten wir auszugsweise und gekürzt gerne weitergeben.

Frauen wie Lubov, nennen sich „Wolntjor“. Das bedeutet sie arbeiten freiwillig und ohne Bezahlung, um in Not geratenen Menschen zu helfen.

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Als es im November 2013 zu den blutigen Zusammenstößen auf dem Maidan in Kiev kam, war sie mit anderen Freunden in der Mitte des Geschehens, leistete den verletzten Menschen erste Hilfe oder brachte sie zu den Krankenhäusern.

Später organisierte sie humanitäre Hilfe für die Soldaten in der Ostukraine, darunter regelmäßige Versorgungstransporte.

Sie hilft jetzt besonders den Kindern aus den Ostgebieten, die schwerste Zeiten erleben mussten. Sie erledigt administrative Vorgaben und sucht immer wieder unbürokratische Wege, um die Kinder in Sicherheit zu bringen.

Durch Lubovs persönliche Kontakte, und auf verschlungenen Pfaden, findet sie die Kinder, die kaum auf Hilfe hoffen können, denen es an jeglicher Unterstützung fehlt. Kinder, bei denen der Verbleib der Eltern ungeklärt ist, die sich in Kellern verstecken und aus Angst vor den Raketen und Granaten ihre Verstecke nicht verlassen, Kinder ohne Essen und Trinken, warme Kleidung und Schuhwerk.

Für diese Kinder sucht und findet sie Ferienlager und Erholungsheime, die Kapazität haben. Und wo wenig Platz ist, rückt man näher zusammen. Kinder werden in Krankenhäusern nicht nur medizinisch sondern auch psychologisch betreut.

Lubov ist für die Kinder da, und sie nennt die evakuierten Kinder „Meine Kinder“.

Lubovs Einsatz für die Kinder hat uns sehr beeindruckt. Wir haben den Entschluss gefasst auch ihre Kinder zu unterstützen. Die Kinder brauchen nicht nur Kleidung, Schuhe, Lebensmittel und Spielsachen. Die Kinder brauchen auch Hilfe bei der Bildung ihrer neuen Werte.

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Eine Großzahl der von Lubov geretteten Kinder haben wir zu einem großen Aktionstag eingeladen. Die Veranstaltung fand am 3.10.2014 in Kiev statt.

Das war ein großes Fest mit zahlreichen Attraktionen und unter Beteiligung verschiedener prominenter Künstler, die alle auf ihre Gagen verzichtet haben.

Mit Bussen wurden die Kinder abgeholt und sie waren unsere geehrten Gäste.

Alle hatten viel Freude und Spaß an diesem Tag.

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In ihr neues Zuhause nahmen sie Geschenke, Süßigkeiten und die Erinnerung an diesen Tag mit, und hoffentlich auch neuen Glauben, dass alles wieder gut wird.

Besonders wichtig war es für die Kinder zu wissen, daß auch die Menschen im Westen sich für die Zukunft der ukrainischen Kinder interessieren und sie den Wunsch nach demokratischen Verhältnissen im Land und der Wahrung der Menschenrechte unterstützen.

Viele Kinder verstehen schon ganz gut, worum es geht. Und gerade sie sind die Zukunft des Landes.

Danke Mutter Lubov!

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Interview mit Lubov Lavrenenko – geführt von Natalya Pastukhova

 Während der Zusammenstöße auf dem Maidan haben wir uns um die Verletzten gekümmert.

Wir holten die Kinder aus den Kampfgebieten im Osten ab und brachten sie in Sicherheit.

In Slawjansk mussten wir besonders vom Krieg betroffene Kinder auswählen.

Wir haben die ärmsten Kinder gesucht, die hier kaum Überlebenschancen haben.

Kinder lebten verstört in Kellern versteckt und waren kaum ansprechbar.

Der Fond unterstützte uns beim Transfer. Die ersten 40 Kinder kamen am 4.08.2014 an.

Kinder im Alter von 7 bis 16 mit schwer angegriffener Psyche kamen zu uns.

Sehr aggressiv, verängstigt, unfreundlich und misstrauisch waren die Kinder.

Aus Lugansk und Donezk kamen Waisen, Halbwaisen und Kinder aus armen und kinderreichen Familien.

Manche Kinder waren barfuß, hatten leichte Hemdchen an, und in einem kleinen Beutel ein paar persönliche Sachen.

In zwei Tagen haben wir das Nötigste an Kleidung für die Kinder gefunden.

Schauen Sie die positive Entwicklung der Kinder.

Das erste Bild eines 13-jährigen Mädchens

Nach einer Woche bei uns malt Janna das zweite Bild.

Nach zwei Wochen das dritte Bild.

Fast wie ein Gefängnis … dann die Sonne … und dann „Ich liebe die Ukraine“.

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Und jetzt malt Janna Bilder für ukrainische Soldaten „Kommt lebend zurück“.

Humanitäre Hilfe: Ein LKW bringt Brot.

Vielen Dank Euch für die Hilfe für unsere Kinder!

Lubov